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Süßkraut, Stevia, Steviolglycoside:
Was ist der Unterschied?


Julia Heymann
Julia Heymann
Expertin für zuckerfreie Getränke

Süßkraut steht auf jeder nosuga-Packung. Und immer wieder erreicht uns dazu dieselbe Frage aus der Community: Ist das nicht eigentlich Stevia?

Eine berechtigte Frage und die kurze Antwort lautet: Ja. Süßkraut und Stevia bezeichnen dieselbe Pflanze.

Trotzdem gibt es einen wichtigen Unterschied. Denn viele Menschen verbinden Stevia vor allem mit dem Süßstoff, der aus der Pflanze gewonnen wird. Genau diesen verwenden wir nicht. Stattdessen setzen wir auf die getrockneten Blätter des Süßkrauts und verarbeiten diese gemeinsam mit Süßholzwurzel und süßen Brombeerblättern zu einem Kräuteraufguss. 

Deshalb findest du auf unseren Zutatenlisten Süßkraut statt isolierter Steviolglycoside und keine entsprechende E-Nummer.

Warum das so ist und worin der Unterschied genau besteht, erklären wir dir in diesem Artikel.


Was ist Süßkraut eigentlich?

Süßkraut ist ein Trivialname, also eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Pflanze Stevia rebaudiana. Dabei handelt es sich um eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Ursprünglich stammt sie aus Paraguay und Brasilien, wo ihre süß schmeckenden Blätter bereits seit langer Zeit zum Süßen von Getränken genutzt werden. 

Vielleicht sind dir auch schon andere Namen für die Pflanze begegnet, zum Beispiel Süßblatt oder Honigkraut.

Für den intensiv süßen Geschmack der Blätter sind sogenannte Steviolglycoside verantwortlich. Dabei handelt es sich um Verbindungen, die von Natur aus in den Blättern von Stevia rebaudiana vorkommen. Der Begriff beschreibt also zunächst keine künstlich hergestellte Substanz, sondern die süß schmeckenden Bestandteile der Pflanze. 

Erst wenn diese Steviolglycoside gezielt aus den Blättern herausgelöst, gereinigt und hochkonzentriert werden, entsteht daraus ein Lebensmittelzusatzstoff.


Warum Süßkraut und Stevia dieselbe Pflanze sind

Botanisch bezeichnen Süßkraut und Stevia dieselbe Pflanze: Stevia rebaudiana. 

Im Alltag wird der Begriff „Stevia“ allerdings häufig auch für Süßstoffe verwendet, die aus den Blättern der Pflanze gewonnen werden. Genau hier entsteht die Verwirrung: Die Pflanze und der daraus gewonnene Zusatzstoff sind nicht dasselbe. 

Während Süßkraut eindeutig die Pflanze bezeichnet, kann mit „Stevia“ je nach Zusammenhang entweder die Pflanze oder der daraus hergestellte Süßstoff gemeint sein.


Wo liegt der Unterschied wirklich?

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die natürliche Süße der Pflanze zu nutzen.

Isolierte Steviolglycoside 
Für die Herstellung eines hochkonzentrierten Süßstoffs werden die im Blatt enthaltenen Steviolglycoside in mehreren Schritten extrahiert, gereinigt und aufkonzentriert. 

So entsteht ein Süßungsmittel, das je nach Zusammensetzung etwa 200- bis 300-mal süßer als Zucker sein kann. In der EU sind aufbereitete Steviolglycoside als Lebensmittelzusatzstoff unter E 960 und entsprechenden Unterkategorien zugelassen. 

Wenn du in einer Zutatenliste beispielsweise „Süßungsmittel: Steviolglycoside“ oder eine entsprechende E-Nummer liest, ist damit dieser zugelassene Lebensmittelzusatzstoff gemeint. 

Süßkraut als Aufguss 
Eine andere Möglichkeit besteht darin, die getrockneten Blätter ähnlich wie andere Tee- und Kräuterzutaten mit Wasser aufzugießen. 

Dabei entsteht ein nicht konzentrierter Kräuteraufguss und kein isolierter Steviolglycosid-Süßstoff. In die Flüssigkeit gehen neben der Süße auch weitere lösliche Bestandteile und das Aromaprofil der Pflanze über. 

Ein nicht konzentrierter wässriger Aufguss aus Stevia-Blättern, bei dem keine selektive Extraktion stattfindet, wurde von den zuständigen europäischen Stellen für bestimmte Anwendungen als nicht neuartiges Lebensmittel eingeordnet. Dazu gehören unter anderem Tee- und Kräuteraufgüsse sowie alkoholfreie Getränke auf Aufgussbasis wie Eistees.


Warum wir mit einem Süßkraut-Aufguss arbeiten

nosuga geht den zweiten Weg. Wir verwenden die getrockneten Blätter des Süßkrauts und verarbeiten sie gemeinsam mit Süßholzwurzel und süßen Brombeerblättern zu einem Kräuteraufguss.

Auf die gezielte Isolierung, Reinigung und Aufkonzentrierung der Steviolglycoside verzichten wir bewusst. Deshalb stehen in unseren Zutatenlisten keine isolierten Steviolglycoside und keine entsprechende E-Nummer. Stattdessen findest du dort Süßkraut neben den beiden anderen süß schmeckenden Pflanzen. 

Kurz gesagt: Wir verwenden die Blätter für einen Aufguss und nicht den daraus isolierten Süßstoff. 

Auch geschmacklich macht dieser Unterschied für uns etwas aus. Isolierte Steviolglycoside besitzen eine sehr hohe Süßkraft und können je nach Zusammensetzung und persönlicher Wahrnehmung eine charakteristische Note im Abgang haben. 

Ein Aufguss aus den getrockneten Blättern bringt deutlich weniger Süßkraft mit, fügt sich für uns dafür harmonischer in das Zusammenspiel aus Tee, Kräutern und Frucht ein. Das ist keine allgemeingültige oder gemessene Bewertung, sondern eine bewusste Geschmacksentscheidung für unsere Rezepturen.


Süßkraut wirkt bei uns nicht allein

Süßkraut ist bei nosuga nur ein Teil der Antwort. Die Süße in unseren Bio-Eistees entsteht aus dem Zusammenspiel von drei Pflanzen, die von Natur aus süß schmecken: 

  • Süßkraut bringt eine intensive Süße und leicht grasig-krautige Noten mit
  • Süßholzwurzel schmeckt intensiv süß und besitzt ein warmes, würziges Aroma
  • Süße Brombeerblätter ergänzen das Profil mit einer milden, teeartigen Süße und einem leicht frischen Abgang
Erst die Kombination aus Süßkraut, Süßholzwurzel und süßen Brombeerblättern ergibt das harmonisch abgerundete Süßeprofil unserer Eistees. Keine der drei Pflanzen soll dabei allein im Vordergrund stehen.


Warum steht auf unserer Packung Süßkraut und nicht Stevia?

Diese Frage hören wir häufig. Unsere Antwort: Süßkraut beschreibt am genauesten, was wir tatsächlich verwenden. 

Der Begriff bezeichnet die Pflanze beziehungsweise ihre getrockneten Blätter. „Stevia“ wird dagegen im allgemeinen Sprachgebrauch häufig auch mit dem hochkonzentrierten Süßstoff aus Steviolglycosiden verbunden. Genau diesen setzen wir nicht ein. 

Süßkraut beschreibt daher, was tatsächlich für unseren Aufguss verwendet wird: die getrockneten Blätter von Stevia rebaudiana. 


Fazit: Dieselbe Pflanze, ein anderer Weg

Süßkraut ist Stevia rebaudiana, daran gibt es nichts zu deuteln. Auch Steviolglycoside sind nicht automatisch etwas künstlich Hergestelltes, sondern kommen natürlicherweise in den Blättern der Pflanze vor. 

Der entscheidende Unterschied liegt in der Art der Verarbeitung: Bei nosuga werden die Steviolglycoside nicht gezielt isoliert, gereinigt und aufkonzentriert. Stattdessen verwenden wir die getrockneten Blätter gemeinsam mit Süßholzwurzel und süßen Brombeerblättern für einen Kräuteraufguss. 

Deshalb stehen in unseren Zutatenlisten weder isolierte Steviolglycoside noch eine entsprechende E-Nummer. Gleichzeitig sind alle vier nosuga Bio-Eistees zuckerfrei. 

Wie das schmeckt, findest du am besten selbst heraus: in allen vier Sorten nosuga Bio-Eistee.


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