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Zuckersucht
Das macht Zucker mit deinem Gehirn

Nahaufnahme einer mit Chocolate-Chip-Cookies gefüllten Schachtel. Die goldbraun gebackenen Kekse liegen übereinander und sind mit zahlreichen Schokoladenstückchen versehen.

Constanze Kiesel
Constanze Kiesel
Expertin für zuckerfreie Getränke

Der Konsum von Zucker kann zwar ähnliche Verhaltensweisen wir in einer Sucht auslösen allerdings, ist Zucker keine Droge und es gibt keinen Konsens darüber, ob man die Zuckerabhängigkeit wirklich als ‚echte Sucht‘ bezeichnen kann. 

Für die meisten Fachleute war „Sucht“ ein zu drastischer Begriff. Im Vergleich zu Kokain und anderen Drogen gilt Zucker nicht als klassisches Suchtmittel. Sie stellten allerdings fest, dass Zucker für einige Menschen eine potenziell süchtig machende Substanz ist. Zucker kann im Gehirn die gleichen Areale aktivieren wie Drogen und sexuelle Erregung. 

Also ja keine Droge aber irgendwie schon eine Abhängigkeit. 

Die Gründe für diese Abhängigkeit sind sehr vielschichtig aber, dass es uns schwer fällt dem süßen Verlangen zu widerstehen ist nicht komplett unsere Schuld – und vor allem nicht nur ein Thema von Willensstärke. 

Wir haben evolutionär eine angeborene Vorliebe für den süßen Geschmack, da dieser in der Vergangenheit vor allem bedeutet hat das Nahrungsmittel energiereich und auch sicher sind (Gegensatz Bitter / Sauer wies auf verdorbene oder giftige Lebensmittel hin). 

Zucker aktiviert das Belohnungssystem des Gehirns und sorgt dafür, dass Dopamin ausgeschüttet wird – Dopamin ist ein Botenstoff, der uns ein gutes Gefühl gibt. 

Jedes Mal, wenn wir zuckerhaltige Lebensmittel konsumieren, wird also Dopamin ausgeschüttet, und unser Gehirn überflutet uns mit einem Gefühl des Wohlbefindens. Zukünftig versuchen wir, dieses Wohlgefühl durch den süßlichen Geschmack, erneut herzustellen.

Diese positive Feedback-Schleife führt zu einem belohnungsgetriebenen Essverhalten, auch ‚hedonisches Essen‘ genannt. Wir essen, weil es uns besser fühlen lässt, nicht wegen der Nährstoffe. 

Eine Übersteuerung des Belohnungssystems bringt Leute dazu, dieses Hochgefühl zu suchen, das sie durch die Dopaminausschüttung bekommen. In Tierstudien entwickelten Ratten ein Verlangen nach Zuckerwasser und wurde ihnen dieses Vorenthalten, traten entzugsähnliche Symptome auf. 

Verschiedene Tierstudien zeigten zudem, dass das Gehirn nach immer mehr Zucker verlangt. Je mehr Zucker man zu sich nimmt, desto mehr Zucker braucht man danach um ausreichend / gleich viel Glückshormone (Dopamin) wie davor auszuschütten. 

Die Auswirkungen von Zucker auf das Nervensystem sind stärker als bei anderen Nährstoffen allerdings definitiv weniger stark als bei Drogen. 

Neben Neurotransmittern spielen hormonelle Prozesse eine zentrale Rolle. Das Hormon Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel und reagiert auf erhöhte Zuckerzufuhr, indem es Glukose in die Zellen schleust. Gleichzeitig signalisiert das „Hungerhormon“ Ghrelin, insbesondere bei sinkendem Blutzuckerspiegel, ein Hungergefühl – häufig mit einem verstärkten Appetit auf schnell verfügbare, energiereiche Lebensmittel wie Süßigkeiten. 

Nach dem Konsum von Zucker steigt der Blutzuckerspiegel rasch an, was zu einem kurzfristigen Energiehoch führt. In der Folge reagiert der Körper mit einer erhöhten Insulinausschüttung, wodurch der Blutzuckerspiegel ebenso schnell wieder abfällt. Dieser rapide Abfall kann zu Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und erneutem Heißhunger führen – insbesondere auf Zuckerhaltiges. 

Neuere Studien zeigen außerdem, dass unser Darm-Mikrobiom einen erheblichen Einfluss auf unser Verlangen nach Zucker hat. Bestimmte Mikroorganismen im Darm wirken dabei wie biochemische Regulatoren, die in enger Kommunikation mit dem Gehirn stehen und unser Verlangen mitsteuern können: 

  • Metabolitenproduktion: Darmbakterien produzieren Stoffwechselprodukte, die ins Gehirn gelangen und das Belohnungssystem beeinflussen können. 
  • Immunmodulation: Mikroben regen Immunzellen zur Ausschüttung von Botenstoffen an, die das Essverhalten verändern können. 
  • Endokrine Signalwege: Darmbakterien stimulieren spezialisierte Zellen, die Hormone wie GLP-1 freisetzen. 
  • Neuronale Kommunikation: Über den Nervus vagus gelangen Signale direkt ins Gehirn. 

Man darf dabei nicht vergessen, dass wir oft nicht einmal genau wissen, wie viel Zucker wir eigentlich zu uns nehmen, da viele verarbeitete Lebensmittel versteckten Zucker enthalten. Daher ist es wichtig, auch bei scheinbar gesunden Produkten wie Müsli oder Joghurt auf die Nährstofftabelle zu achten. Diese komplexe Kommunikation zeigt, dass Zuckerkonsum nicht nur von bewussten Entscheidungen abhängt, sondern auch von fein abgestimmten Signalen aus dem Inneren unseres Körpers.


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Let’s talk Zucker – das “weiße Gold”, das uns morgens aus dem Bett und nachmittags ins Food-Koma bringt. Aber Zucker ist nicht gleich Zucker, und unser Body ist picky, wenn’s um Energie geht. Ready for the sweet facts? Erstens: Unser Körper braucht Zucker – no joke! Ohne ihn läuft der Energiestoffwechsel nicht. Vor allem unser Gehirn (aka das Headquarter) und die Muskeln (aka Power-Units) sind echte Zuckerfans. Aber: erstens kann unser Körper den Zucker aus Kohlenhydraten gewinnen, also Einfachzucker brauchen wir schon mal gar nicht, und zweitens: Zucker ist wie ein guter Espresso – in Maßen ein Boost, in Massen ein Problem. ‍
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